Abstract in English by IGSG

No helmet: how to bribe the traffic police
The author tells us in his blog about his arrival in Goa and how he managed to bribe the police when he was caught driving a bike without helmet and driver's licence. He gives the reader precise instructions on what to do in such a case.

 

March 16, 2012

 

Goa, Anjuna - Schmiergeld & Kifferhochburg

 

Bereits 72 Stunden befinde ich mich nun schon hier, aber es kommt mir vor wie 72 Tage, nicht weil die Zeit nicht vergehen will, sondern weil ich bereits schon so viel erlebt habe. Und nein, damit meine ich nicht den ersten Kulturschock der im Restaurant stehender Kühe oder der 70jährigen vollschlanken Inderin, die bauchfrei ihren übersüßten Kaffee aus der eigentlichen Tasse auf die Untertasse schüttet um diesen von da zu genüsslich schlürfend zu sich zu nehmen.

 

Trotzdem einleitend das Übliche:

Guter Flug, viel schlechtes Essen, schreiende Kinder die einem keinen Schlaf auf einem 10 Stunden Flug genehmigen und anschließend diese fiese Faust des Orients, knallende, schwül-warme 31°C direkt in die Fre***, 5 Uhr am Morgen, in einem Flughafen, der nach deutschen Verhältnissen mehr einer Lagerhalle für ausrangierte wertlose Schwermetalle ähnelte. Doch genug der deutschen Nörgelei und Miesepetrigkeit: So verlief die Anreise.

Weiter ging es zu dritt mit dem Prepaid-Taxi vom Flughafen hoch in den Norden des Bundesstaates Goas. Die ca. 50 km lange Taxifahrt führte uns (zwei Mitreisende, der einen ein 20jähriger Sinnsuchender, der von einem afrikanischem Kräutertee auf die Indienreise geschickt wurde, der andere ein sehr netter Kerl aus Frankfurt) dann letztendlich nach Anjuna.


(Ankunft in Anjuna, früh am Morgen)

Dieser Ort, in dem es eigentlich nur eine feste Straße gab, ist zu vergleichen mit einer billigen Version Mallorcas, nur weniger kommerziell und mehr hippen! Hippies. Also nicht zu empfehlen, zumindest nicht für mich – da ich weder auf die Musikrichtung Goa-Trance stehe, noch kiffe, noch hippen Chai-schlürfende Lonly-Planet Tourismus möchte. Die Unterkunft war jedoch preiswert, authentisch und mit 200 Rupien (ca. 3 Euro), inkl. “attached bathroom” für uns ein Schnäppchen.

Direkt am zweiten Tag machten wir uns auf die Straße, besser gesagt auf den National High Way 17 (von Mumbai nach Mangalore führend), mit zwei geliehenen Scootern Marke NoName (250 Rupien – ca. 4 Euro / Tag) nach Panjim, vorbei am Fort Aguna. Sehr angenehme Strecke, mit viel Natur und wenig Verkehr (aber immer noch genug für Fahranfänger in Indien), die einen an einer schieren Anzahl an alten portugiesischen Kononialbauten nach ca. 30km in die verschlafene Hauptstadt Goas “Panjim” führen.

Panjim selber ist keinen Ausflug wert, außer man steht auf kiloweise frische Meeresfrüchte in diversen Masala-Mischungen frisch zubereitet zum Preis eines McChickens von McDonalds.

Gut, stehen geblieben waren wir beim National Highway 17, wobei ich vergaß zu erwähnen, dass ich weder einen gültigen (internationalen) Führerschein besitze noch auf der indischen Autobahn eine Helm trug, was der Tatsache geschuldet war, dass es diese hier in Goa gibt, wie Kühe in deutschen Restaurants. Wieso dies erwähnenswert ist an dieser Stelle? Es lehrte mich, wie man mit zittrigen Beinen (unbegründeter Weise) die indische Exekutive namens Polizei besticht.

Rückblickend betrachtet denke ich, dass die 200 Rupien Schmiergeld immer noch zu viel des Guten waren, aber in Anbetracht der Tatsache, dass ich von 25.000 Rupien Strafe (knappe 400 Euro) auf runde 3 Euro Schmiergeld runtergehandelt habe, macht mich doch schon irgendwo stolz.


Polizeikontrolle aus sicherer Entfernung

How To: wie besteche ich einen indischen Polizisten erfolgreich in 5-einfachen-Schritten:

1.      Anhalten, absteigen & Schlüssel dem Polizisten aushändigen

2.      Alle wirklich wichtigen Wertgegenstände (Handy, Uhr, Brille) fix im Ablagefach des Mopeds verstecken und fix, unterwürfig zum Polizeiauto folgen

3.      Absolut unschuldigen den ahnungslosen armen Touristen spielen und erzählen wie toll man doch Indien findet (wovon der Polizist anscheinend leider nix höre wollte)

4.      Erschrocken von den 25.000 Rupien Strafe und der Tatsache tun, dass das Fahrzeug nun konfisziert wird (obwohl doch nur geliehen)

5.      Vorschlagen alles Geld zu geben was man hat (in meinem Fall 210 Rupien) und mit einem Grinsen im Gesicht sich auf die Weiterfahrt begeben

Optimierungspotential der 5-einfachen-Schritte:

Stets eine Fake Sonnenbrille bei sich tragen (irgendwas europäisches!), die man dem Polizisten aushändigt, da dieser sich heute bereits beinahe darauf eingelassen hätte – wenn er nicht im letzten Moment das “Made-In-China”-Zeichen auf der Innenseite des Bügels entdeckt hätte.

So viel vorerst von hier, aktuell befinde ich mich im Süden von Goa, den wir nach einer 4-stündigen Busreise (die eigentlich nur 60km zu überbrücken hatte) in einer kleinen Bucht hinter Paloem eine kleine Backpacker Hütte gefunden haben für 2,69 Euro. Traumhaft gelegen, einfach spitze, hier könnte man verweilen, wenn es mich in eine größere Stadt ziehen würde, mit weniger Touristen.

 

Quelle: Blog www.indien-backpacker.de

 

 

 
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