DROGENWELT BLOG SPOT

German drug addict describes the drug scene in Goa

The German blog drogenwelt.blogspot.de is, according to themselves, involved in a project regarding support and advice to drug users. In an interesting report one German drug addict who has spent one and half year in Goa describes his experience in the drug scene in Goa. He does not refrain from giving prices of drugs, names and places from the drug scene as well as the involvement of Goan police in the same.

 

Wir begrüßen herzlich unseren neuen Gastautor "TomCAT"

Servus TomCAT

Wir freuen uns, einen Co-Autor für unseren Drogenwelt-Blog gefunden zu haben. Er schreibt unter seinem (Alias)-Namen TomCAT. Auch er hat natürlich ebenfalls eine lange Suchtgeschichte hinter sich, getreu unserem Motto "Geschichten und Hilfe" von Betroffenen für Betroffene. Heute sind wir (fast) alle clean und können die Erlebnisse aus einem ganz anderen Blickwinkel schildern, auch weil wir jetzt so manches anders betrachten, als in jungen Jahren.

In Kürze könnt ihr seine erste Story lesen. Sie handelt von seinem 18–monatigen Aufenthalt in GOA. Es dürfte ja jedem bekannt sein, dass es dort mehr als genug Drogen am Strand bei "Bauchhändlern" gibt. So berichtet er über Korruption von indischen Polizeikräften (India-Bullen), genauso wie über die Lebensumstände und viele weitere spannende Erlebnisse….

Wir sind stolz darauf, dass TomCAT nun für uns schreibt und würden uns sehr freuen, wenn ihr seine Artikel kommentieren würdet (bei uns kann man übrigens auch anonym kommentieren)!

Also dann, viel Spaß mit den Geschichten von TomCAT

P.S.: Wer bei uns Artikel schreiben will und so seine Meinung kundtun möchte, muss weder aktuell drogensüchtig sein, noch muss er es gewesen sein. Jeder, der irgendwie Probleme bekam, ausgelöst durch legale Drogen wie Alkohol, Nikotin, etc. oder durch illegale Drogen wie Heroin, Kokain, Cannabis, etc.. Wir denken da an Eltern, Geschwister, Lebenspartner, Freunde, usw. die in ihrer Co-Abhängigkeit genauso leiden wie die Suchtkranken selbst.

Euer hessischer Bajuware

 

7. September 2011

TomCAT´s Reise nach Goa - Teil 1

Die Reise ins Drogenparadies mit Korruption und einigen anderen Unannehmlichkeiten

Es war ein kalter Dezembermorgen, als ich am Frankfurter Flughafen durch das kleine ovale Flugzeugfenster schaute, vor dem kleine Schneeflocken tanzten. Langsam fiel der ganze Stress der letzten Tage und Wochen von mir ab. Ich wollte nach Indien und zwar nach Goa und das endgültig. Eine kleine Erbschaft sollte mir dort ein sorgenfreies Leben ermöglichen. Ich wollte den ganzen Stress hier in Deutschland hinter mir lassen. In ein paar Tagen würde wohl auch ein Haftbefehl gegen mich ausgestellt werden, weil ich die versprochene Drogentherapie nicht angetreten war, aber der würde mich in Indien wohl kaum stören – so dachte ich damals.

Das Flugzeug hob ab und nach 8 Stunden Flug landete ich erst einmal in Bombay (Mumbay), wo ich vom internationalen Flughafen aus zum nationalen Flughafen nach Goa gebracht wurde. Die Strassen von Bombay – eine der größten Städte Asiens – waren in der Nacht irgendwie gespenstisch in ein Zwielicht aus Neon und Smog gehüllt. Nachdem ich die umständlichen Zollkontrollen endlich hinter mir hatte (Dezember 2001!) und ich in dem kleinen Flieger von Jet-Air (nationale Fluggesellschaft von Indien) saß, dauerte der Inlandflug nur etwa eine Stunde. Ich landete auf dem Flughafen von Goa, dem "Vasco da Gama - Airport". So hieß auch die Hafenstadt, die an dem Flughafen angrenzte und in der ich einen guten Teil meines Indienaufenthaltes verbringen sollte.

Ich hatte absichtlich von Deutschland aus noch keine Unterkunft gesucht, um preiswerte Angebote vor Ort oder Privatunterkünfte nutzen zu können. Mein kleiner Indien-Guide aus den achtziger Jahren hatte mir dazu geraten. Überhaupt war dieses kleine, alte Buch eine gute Vorbereitung gewesen, obwohl sich inzwischen vieles geändert hatte.

Vor dem Flughafengebäude stand ein älterer Mann, der die Fluggäste auf die dort wartenden Taxis verteilte. Als er mich fragte, wohin ich wolle, meinte ich: "zu einem preiswerten Hotel". So rief er dem Fahrer zu, er solle mich in das "Guesthouse Saritas" fahren und zu mir sagte er, ich solle dem Fahrer für die Fahrt nicht mehr als 50 Rupien (etwa 1 Euro) geben. Die Sprache in Indien ist Hindi und Englisch und wer in der Schule einigermaßen aufgepasst hat, der kann sich dort ganz gut verständigen, obwohl die Inder einen merkwürdigen Dialekt haben.

In den ersten 10 Tagen habe ich mir ein Zimmer mit Klimaanlage gegönnt, aber danach hatte ich mich bereits an das Klima gewöhnt und die Briese vom Meer reichte mir inzwischen zur Kühlung völlig aus. Ich hatte mir zwar einen kleinen Drogenvorrat mitgenommen, aber der war nur für die ersten Tage gedacht, bis ich dort etwas gefunden hatte. In meinem kleinen Guide war zu lesen, dass es in der Stadt Calungute jede Menge Drogen zu kaufen gäbe. Also musste ich dorthin. Ich entschied mich dafür, mir vom Hotel einen Roller auszuleihen. Da Indien eine englische Kolonie war, herrscht dort bis heute Linksverkehr und wer wie ich 25 Jahre auf der rechten Seite gefahren ist, der muss schwer aufpassen, um keinen Unfall zu bauen! Als ich dann schließlich in Calungute angekommen war, wurde ich auch schon fast sofort darauf angesprochen, ob ich Drogen kaufen wolle. Der Typ war vielleicht 20 Jahre alt und fuhr ein schwarzes Endfield-Motorrad. Er verkaufte mir dann etwas Haschisch und angebliches Opium. Beides stellte sich bei näherer Betrachtung als miserable Qualität heraus und so hatte ich nach einigen Tagen im Drogenparadies Goa einen üblen Affen. Ich muss allerdings sagen, dass man durch das Klima den Entzug bei weitem nicht so stark merkt, wie hier in Deutschland.

Nach einiger Zeit lernte ich dann dort eine lokale Größe im Drogenhandel kennen. Er hieß Abil und war wirklich mit allen Wassern gewaschen. Auch die Polizei bekam immer ihren Anteil von Abil's Drogengeschäften und ließ ihn und seine Kunden deswegen in Ruhe. Als ich dann aber einige Zeit später von diesem Abil zu einem anderen Dealer wechselte, bekam auch ich die indische Staatsmacht zu spüren. Zwei Polizisten auf einem altersschwachen Motorrad hielten mich an, filzten mich und wollten mich wegen den 10 Gramm Heroin, die ich bei mir hatte, zunächst mit zur Wache nehmen, fragten mich aber gleichzeitig, ob wir die Sache hier auf der Stelle regeln wollten. Also gab ich ihnen 5000 Rupien (etwa 100 Euro). So bekam ich schließlich meine Drogen zurück und durfte weiterfahren.

Ein anderes Problem war zunächst das Geld für mich, welches mir meine Eltern schickten. Für einen Ausländer ist es nämlich gar nicht so einfach, bei einer indischen Bank ein Konto zu bekommen. Ich habe dann einfach etwas gepokert. Dem Bankdirektor erklärte ich, dass ich Immobilien kaufen wollte und da seine Bank auch selbst welche zu verkaufen hatte, an denen er sogar mit beteiligt war, hatte ich innerhalb von 30 Minuten ein Konto bei der Bank of India. Ein anderes Thema waren die Überweisungen. Es dauerte regelmäßig 2 - 3 Wochen bis das Geld, welches mir meine Eltern schickten, auf meinem Konto war und das dauerte mir entschieden zu lange! So habe ich mich dann entschlossen, diese Überweisungen via Western Union zu tätigen. Man zahlt irgendwo in der Welt Geld bei Western Union ein und bekommt eine 10-stellige Trans-Nummer. Die gibt man dann telefonisch an den Empfänger weiter und innerhalb von 5 Minuten kann der Empfänger im Ausland sein Geld dort abholen. Western Union gibt es weltweit und in jedem Land kostet so ein Transfer ca. 3 - 5 % der Überweisungssumme.

Die meisten Leute meinen, dass Goa eine Stadt ist, aber Goa ist so eine Art kleines Bundesland in Indien, das aus mehreren Städten und einem großen Hafen besteht. Die Hauptstadt heißt Panji (Panaji). Es gab aber eine Zeit unter portugiesischer Herrschaft, da war ganz Goa eine große Stadt, aber das ist mindestens 300 Jahre her. Noch bis Ende 1961 war Goa eine Kolonie und auch heute sprechen noch viele der älteren Leute portugiesisch und fast die Hälfte der Bevölkerung ist katholisch. Religion spielt dort sowieso immer noch eine sehr große Rolle und die zweite Frage, die ein Inder einem Ausländer stellt, ist die nach seiner Religion.

 

22. September 2011

TomCAT´s Reise nach Goa - Teil 2

Wenn man nach Indien oder überhaupt in 3.-Welt-Länder reist, dann sollte man nicht nur einen gesunden Magen haben, sondern sich auch von hiesigen Sicherheitsstandards verabschieden. Ich fuhr einige Zeit lang mit dem Motorradtaxis alle paar Tage von "Vasco da Gama" nach "Calangute", um dort Drogen zu kaufen. Eines Tages fuhr der Fahrer sehr langsam und als ich ihn darauf ansprach, meinte er auf halber Strecke, dass die Bremsen nicht funktionieren würden, aber ich solle mir keine Sorgen machen. Na ja, er war Hindu und glaubte an Wiedergeburt. Ich kam aber wie immer trotzdem gut an meinem Ziel an.

Was die Preise für Drogen angeht, so sind die zwar niedriger als bei uns (mit Ausnahme von Crack oder Koks), doch immer noch gepfeffert ist der Preis für Heroin. Hasch ist dagegen spottbillig. Ich habe für 100 Gramm Manali-Hasch umgerechnet etwa 20 Euro bezahlt. Bei Heroin kommt es darauf an, ob man das weiße aus Thailand oder Burma kauft oder das braune aus Indien oder Afghanistan. Für das weiße Heroin habe ich etwa 200 Euro bei 10 Gramm bezahlt, also ungefähr 20 Euro pro Gramm. Man muss aber dazu sagen, dass das weiße Heroin viel reiner ist, im Gegensatz zu dem Zeug, welches man hier bekommt. Erstaunlicherweise hatte ich später davon auch kaum einen Entzug, weil da nicht so ein Tablettenmist drin ist wie hier. Das braune Heroin kostet zirka die Hälfte, ist aber auch bei weitem nicht so stark.

Auch Extasy (XTC) gab es dort, aber das wurde dann meistens bei den berühmten Strand-Partys verkauft (Goa-Partys) und kostete etwa 5 Euro pro Tablette. Diese bekannten Strand-Partys finden fast ausschließlich um die Weihnachtszeit statt. Das ist dann auch die Hauptsaison dort und die Hotelzimmer kosten dementsprechend viel. Wer es nicht so mit der Zappelei zur Trance-Musik hat, dem empfehle ich die Vor- oder Nachsaison, entweder von Februar bis April oder von Oktober bis November. Von Mai bis September ist Monsunregen. Es regnet dann zwar nicht den ganzen Tag, aber die Regenschauer sind doch recht heftig und wenn man sich mit dem Motorrad fortbewegt, heißt es rechts ranfahren und einfach abwarten.

Natürlich sind die Strassen in Indien mit den hiesigen nicht vergleichbar und in der Regenzeit sind knietiefe Morast-Löcher in der Straße recht häufig. Erstaunlicherweise, hatte ich während der gesamten Reisezeit nicht einmal einen verdorbenen Magen, obwohl ich Leitungswasser getrunken habe und an Straßenständen alles Mögliche aß. Was ich auf jeden Fall empfehlen kann, sind die Zuckerrohrsaftpressen, die man dort überall findet. Zwischen zwei Metallrollen wird dort Zuckerrohr frisch ausgepresst und man kann es direkt trinken. Es schmeckt absolut köstlich und kostet nur wenige Rupien. In der Regel sind die Restaurants dort auf Touristen eingestellt und man kann das meiste bedenkenlos bestellen. Wenn man allerdings darauf aufmerksam gemacht wird, ein Gericht sei spicy, dann Vorsicht!!! Die südindische Küche kann sehr scharf sein und zwar viel schärfer, als wir das gewöhnt sind. Wenn ich ein Gericht empfehlen sollte, dann würde ich „Mutton Korma" nennen. Obwohl viele Inder vegetarisch leben, findet man in der indischen Küche viele leckere Fleischgerichte. „Mutton Korma" ist Lammfleisch mit einer Mandelsauce und man bekommt es auch hier bei vielen indischen Restaurants. Absolut empfehlenswert!!!. Es ist in Indien übrigens sehr wichtig, ob man Coca Cola oder Pepsi Cola trinkt. Diese beiden Firmen haben das Land auch mit ihren Kühlschränken überzogen. Jeder Straßenstand, der eine gewisse Menge von der braunen Limonade verkauft, erhält gratis so einen Coca- oder Pepsi-Cola-Kühlschrank. Coca Cola durfte auch eine Zeit lang gar keine Cola mehr in Indien verkaufen, weil sie zu viel Gewinn ins Ausland transferierten, bis dann die Regelung mit den Kühlschränken kam, welche dann auch von Pepsi übernommen wurde.

Was normale Zigaretten angeht, so sind sie in Indien sehr preiswert. Eine Packung mit 10 einheimischen Zigaretten kostet etwa 20 Cent. Auch Alkohol kostet sehr wenig und das Bier schmeckt auch ganz gut. Dann gibt es da noch den sogenannten Feni. Das ist so eine Art Likör, der aus Koksnüssen hergestellt wird. Aber Vorsicht – von dem Zeug bekommt man Kopfschmerzen! Goa war übrigens lange Zeit der einzige indische Bundesstaat, in dem Alkohol erlaubt war und es kann sein, dass das heute noch so ist. In anderen indischen Staaten konnte man als Ausländer einen Erlaubnisschein für Alkohol bekommen, auf den die Einheimischen ganz scharf waren, und die man dann gut verkaufen konnte.

Wenn man sich in "Vasco da Gama" abends am Hafen herumtreibt, findet man eine Menschenmenge, die aus allen Nationalitäten besteht und auch die berühmten leichten Mädchen, die es wohl in jedem Hafen gibt. Man kann sie recht gut erkennen, weil sie sehr grell geschminkt sind und auch recht offen ihre Dienste anbieten. Dass man hier wegen Aids & Co. aufpassen sollte, muss ich hier wohl nicht extra erwähnen.

Ganz allgemein sind die Inder ein freundliches und offenherziges Volk mit einem ausgeprägten Geschäftssinn. Fast jeder Inder, mit dem man näher zu tun hat, wird versuchen, mit dir ein Geschäft aufzuziehen, was aufgrund der komplizierten Gesetzeslage gar nicht so einfach ist.

Was mich angeht, so musste ich nach 1 ½ Jahren meine Zelte dort wieder abbrechen. Mein Vater hatte einen Schlaganfall gehabt und es war nicht sicher, ob er das überleben würde. Außerdem hatte ich meinen Pass verloren und das Konsulat wollte mir wegen des laufenden Haftbefehls nur ein Dokument für die Rückreise ausstellen. Außerdem hatte ich auch mein Visum überzogen, was zu einer kurzen Gerichtsverhandlung und 2000 Rupien (40 Euro) Strafe führte, ehe ich ausreisen durfte. Dann hatte ich auch noch das zweifelhafte Vergnügen, von zwei deutschen Polizeibeamten auf dem Rückflug begleitet zu werden. Danach saß ich einige Monate in Weiterstadt im Knast fest, bis ich mich dann doch entschlossen hatte, die ungeliebte Therapie zu machen.

Wer nach Indien fährt, der sollte das nicht wegen der Drogen tun. Es gibt dort wunderschöne kilometerlange Sandstrände, die Menschen sind freundlich und man kann dort sehr billig leben. Ohne Drogen kommt man mit 200 - 300 Euro pro Monat gut aus und man kann jeden Tag essen gehen und in einem (preiswerten) Hotel wohnen.

Viel Spaß beim Reisen!

TomCAT

 

Quelle: drogenwelt.blogspot.de

 

 

 
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